Holzschnitzereien Südtirol

Schnitzereien und Geschnitztes aus Südtirol

Holzschnitzereien Grödnertal

HolzschnitzereienDie Geschichte der traditionellen Kunst der Holzschnitzereien im Grödnertal reicht weit zurück bis in das 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit begannen einige Bauern damit, während der langen und kalten Wintermonate in den Südtiroler Dolomiten kleine Figuren oder Gegenstände aus Holz zu schnitzen. Zunächst entstanden Werkzeuge oder Spielzeuge für die Kinder in ihren Händen. Dann kamen Haushaltsgegenstände, darunter Schüsseln, Teller oder Löffel hinzu. Auf den Märkten in Gröden ließen sich die Schnitzereien gut verkaufen, und so konnten mit dem Verdienst viele magere Haushaltskassen aufgebessert werden.

Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Holzschnitzen im ladinischen Grödnertal schließlich zu einer kulturell ausgesprochen bedeutungsvollen Kunstrichtung. Die Schnitzer im Grödnertal stellten zunehmend Kruzifixe, kleine und große Engel- und Heiligenfiguren, ja sogar ganze sakrale Kunstwerke her. Gleichzeitig entstanden aber auch Schachbretter, kunstvolle Schachfiguren, Schaukelpferde oder Kuckucksuhren.

Die Künstler in der Holzschnitzerei Lepi und der Holzschnitzerei Patrick Demetz beispielsweise arbeiten mit getrocknetem und astreinem massivem Holz. Sie verwenden Ahorn-, Linden- oder Eichenholz und das im Grödnertal heimische Zirbelholz, das zunächst in dicke Bretterbohlen geschnitten wird. Je nach Größe einer Figur erfolgt die anschließende Erstellung eines Rohlings und das Vorschnitzen mit dem Pantographen.

Anschließend arbeiten Feinschnitzer die vielen kleinen Details jeder einzelnen Figur aus. Es folgt das Beizen, das Vergolden und das sorgfältige Bemalen von Hand, wobei ebenfalls nach überlieferten Traditionen gearbeitet wird. Daher ist jedes Stück der Handwerkskünstler aus der Holzschnitzerei Patrick Demetz oder der Holzschnitzerei Lepi ein Einzelstück. Die Originalität sowie die Fertigung von Hand werden mit speziellen Siegeln bestätigt.

Die wunderschönen Krippen der Holzschnitzereien aus dem Grödnertal sind inzwischen längst auch außerhalb von Südtirol bekannt und stehen in vielen Familien in der ganzen Welt. Besonders stolz sind die Bewohner des Grödnertals auf die im Jahr 2000 fertig gestellte größte Krippe der Welt. Sie steht in St. Christina, und jede einzelne Krippenfigur wurde von zahlreichen Künstlern der Holzschnitzereien aus Gröden liebevoll von Hand geschnitzt.

Während das Wissen des traditionellen Schnitzhandwerks über Generationen hinweg innerhalb der Familien weitergegeben wurde und viele Schnitzer in Gröden noch heute mit den alten Werkzeugen arbeiten, so gibt es inzwischen auch zwei Kunstschulen in Wolkenstein und St. Ulrich, wo Nachwuchskünstler eine fundierte Ausbildung erhalten.

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